Hunde mit Idealfigur zeigen Taille

Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Und zuzugeben, es gibt sie: die süßen, gemütlichen Hundemoppel, denen das Pfündchen zu viel hervorragend steht und mit denen man gerade wegen ihrer Speckröllchen so gerne knuddelt. Wenn es also nur um Schönheitsideale ginge, müssten sich Hundehalter keine Gedanken über die Figur ihrer Schützlinge machen. Doch leider schadet Übergewicht der Gesundheit des Hundes. Die überflüssigen Pfunde können Gelenkschäden, Diabetes mellitus und Herz-Kreislauf-Erkrankungen auslösen. Außerdem besteht der Verdacht, dass Moppelchen auf vier Pfoten eher zu Hautkrankheiten neigen und anfälliger für Infektionen sind. Insgesamt soll Übergewicht die Lebenserwartung von Hunden stark senken. Einige Wissenschaftler schätzen, dass ein dicker Hund etwa zwei Jahre kürzer lebt als ein Artgenosse mit Traumfigur. Doch wann ist ein Hund eigentlich dick? Das absolute Gewicht sagt darüber wenig aus. Denn ein muskelbepackter Rottweiler-Rüde kann ohne übergewichtig zu sein, 15 kg mehr wiegen als eine zart gebaute Hündin der gleichen Rasse. Zur Feststellung der individuellen Körperkondition und des Ernährungszustandes eignet sich daher das so genannte Body Condition Scoring (BCS) besser. Bei diesem Verfahren wird die Figur des Hundes anhand festgelegter Körpermerkmale beurteilt. Die Skala des BCS reicht von Punkt eins „abgemagert“ bis auf Haut und Knochen bis zu neun „Fettsucht“. Hunde mit einer Idealfigur liegen auf Punkt vier oder fünf der Skala und weisen folgende Merkmale auf:
1. Bei der Betrachtung des Hundes von der Seite, verläuft die Bauchlinie vom Brustkorb zum Becken aufsteigend.
2. Bei der Betrachtung von oben ist der Bereich hinter den Rippen schlanker als der des Brustkorbes – eine „Taille“ ist erkennbar.
3. Streicht man mit der Handoberfläche über den Brustkorb, sind die Rippen unter einen dünnen Fellschicht gut fühlbar.
Doch nicht alle Hunde deren Figur von diesem Ideal abweicht, sind übergewichtig. In seltenen Fällen kann die Zunahme des Körperumfangs auch von einer Krankheit, wie z.B. Morbus Cushing, herrühren. Daher sollte man vor Diätbeginn den Hund von einem Tierarzt untersuchen lassen. Mit dem Tierarzt gemeinsam kann man dann auch gleich einen Diät- und Trainingsplan erarbeiten.
Auf keinen Fall sollte man den Vierbeiner auf eine Nulldiät setzen. Solche Radikalkuren bringen meist nur kurzfristig Erfolg und sind zudem gesundheitsschädlich. Denn dabei werden nicht nur die Fettreserven, sondern auch die Muskulatur abgebaut. Als Futterregel gilt, dass der Hund in der Woche ca. 2 % seines Körpergewichtes abnehmen sollte, also um die 400 g bei einem 20 kg schweren Hund. Dazu reduziert man die Kalorienzufuhr auf etwa 60 % des Bedarfs, den der Hund mit seinem Idealgewicht hätte. Ein Beispiel: Das Idealgewicht des vierbeinigen Diätkandidaten liegt bei 25 kg. Ein 25 kg schwerer Hund hat einen durchschnittlichen Energiebedarf von 1130 kcal. Zur Gewichtsreduktion sollte das Tier also täglich nur um die 680 kcal erhalten. Tatsächlich dienen diese Werte nur als Orientierung, denn je nach Haltung, Bewegung oder Körperkondition benötigt der Hund eventuell etwas mehr oder weniger Kalorien. Am besten wiegt man den Hund einmal wöchentlich und passt die Energiemenge dem Diäterfolg an.
Grundsätzlich kann man die Menge der gewohnten Nahrung reduzieren oder eine spezielle Diätkost füttern. Ernährungsexperten empfehlen heutzutage eine Diät mit einem kalorienreduzierten Spezialfutter. Denn es gewährleistet, dass der Hund mit allen Nährstoffen, Vitaminen und Mineralien versorgt wird, die er braucht. Zudem sättigt ein Diätfutter besser als die Normalkost, so dass der Hund während des Abnehmens nicht unter Hunger leiden muss. Doch die Diät kann noch so gut und ausgewogen sein, sie bringt nichts, wenn der Hund immer wieder eine „Kleinigkeit“ nebenbei bekommt. Statt eines Leckerlis für eine gut gelöste Aufgabe spielen Sie doch lieber zur Belohnung mit ihrem Hund – Sie schlagen damit zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie sparen überflüssige Kalorien und verschaffen Ihrem Hund Bewegung. Falls es nicht ohne kulinarische Bestechung geht, ziehen Sie die Kalorien, die der Belohnungshappen enthält, von der Tagesration ab. Gleichgültig, für welche Art der Diät Sie sich für Ihren Hund entscheiden: Zum Erfolg führt nur Konsequenz! Das ist manchmal schwer, aber es lohnt sich, denn mit schwindendem Gewicht wird der Hund wieder beweglicher und gewinnt an Lebensfreude.

Ihre Hundetrainerin Sabrina Franzkoch